Im Februar 2019 hatte im gemeindlichen Walddistrikt Rothleibchen vor einem Privatgrundstück eine flächendeckende Teilrodung stattgefunden. Dabei waren intakte alte Laubbäume gefällt worden. Zahlreiche Spaziergänger sowie mehrere Anwohner kritisierten daraufhin das Vorgehen der Forstverwaltung. „In der langen Zeit, in der das Waldstück dem Fürsten zu Wied gehört hatte, hat es so etwas nicht gegeben. Kaum ist das Eigentum auf die Gemeinde übergegangen, kommt es dagegen zu einem Kahlschlag“, so eine der vielen Stimmen aus der Bevölkerung. Auf der Waldbegehung vom 13. April 2019 machte die CDU-Fraktion vor Ort deutlich, dass die Maßnahme unverhältnismäßig gewesen sei und eine Wiederholung an anderer Stelle verhindert werden müsse.

 

Rodung Waldgebiet

 Kahlschlag im Waldgebiet Rothleibchen

 

Am 8. Mai 2019 beschäftigte sich der Gemeinderat Hilgert mit der Thematik. In der Sitzung wurde einstimmig eine Handlungsanweisung an den Revierförster gebilligt, wonach solche umfangreichen Fällungen am Waldrand künftig ausgeschlossen sind. Auf Vorschlag der CDU-Fraktion wurde dem Beschluss eine Grundsatzerklärung mit dem Inhalt vorangestellt, den Baumbestand entlang der bestehenden Bebauung in der Waldstraße und der Straße „Am Sportplatz“ soweit wie möglich zu erhalten. Im Übrigen erzielten die Fraktionen Einigkeit darüber, dass in diesem Bereich eine Fällung von Bäumen nur erfolgen darf, falls diese nicht mehr verkehrssicher sind. Berechtigten Beschwerden von Anwohnern soll im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen abgeholfen werden, soweit tatsächlich eine erhebliche Beeinträchtigung vorliegt.

Nach den zivilrechtlichen Vorschriften kann ein Nachbar gewöhnlich nur das Abschneiden herüberhängender Zweige verlangen. Voraussetzung ist, dass die Äste die Benutzung des eigenen Grundstücks erschweren. Um dies beurteilen zu können, ist stets eine sorgfältige Prüfung des Einzelfalls erforderlich. Herabfallendes Laub ist in der Regel zu dulden.

Die CDU-Fraktion wird die künftige Vorgehensweise der Forstverwaltung vor diesem Hintergrund beobachten. Sie hofft, dass die Entscheidung des Gemeinderates eine praktikable Regelung darstellt, die allen Belangen Rechnung trägt, insbesondere aber auch sicherstellt, dass der über die Jahrhunderte hinweg gewachsene Waldbestand an der Grenze zur Wohnbebauung unangetastet bleibt.